Gender Studies AG

Aus Unibrennt Wiki (Archiv)
Zur Navigation springen Zur Suche springen


Die nächsten Treffen sind:

aktuell 15.12.2009: Vollversammlung Gender Studies, im HS B am Campus, 20 Uhr

17.11.2009: kurzfristige Vollversammlung im Sinne des Bildungsaktionstages, 13 Uhr, Referat Gender Studies

17.11.2009: Kundgebung , 15. Uhr, Schwarzenbergplatz vor der Industriellenvereinigung

23.11.2009: Dritte Vollversammlung, 18:00 Uhr, Sensengasse (Raum noch nicht klar)


Vorläufige Forderungen:

Präambel

Universitäten sind keine isolierten Orte. Sie haben ihren Sitz mitten im öffentlichen Leben. Strukturelle Geschlechterungleichheiten ziehen sich durch die gesamte Gesellschaft - somit auch durch den universitären Alltag. Deshalb fordern wir anti-sexistische Praxis und Reflexion auf all diesen Ebenen und speziell auch in der momentanen Protestbewegung selbst. Studierende, Lehrende und Mitarbeiterinnen der Gender Studies erklären sich mit den Protesten solidarisch und betrachten sich darüber hinaus als Teil der Bewegung für offene, sozial durchlässige und demokratische Bildungseinrichtungen. Die organisatorischen Umstrukturierungen der Universitäten zu Top-Down-Unternehmen werden aufs Schärfste zurückgewiesen. Ein ausschließlich ökonomischer Effizienzsteigerung und unternehmerischer Organisationslogik verpflichteter Hochschuldiskurs kann dem komplexen Bildungs- und Forschungsauftrag im tertiären Bereich nicht gerecht werden. Dafür braucht es die Bereitschaft zum Geschlechter-, Klassen,- und Generationenübergreifenden kritischen Dialog seitens aller Universitätsangehörigen. Somit geht es nicht allein um finanzielle Unterausstattung! Kritische Reflexion hegemonialer Geschlechter- und Machtverhältnisse kann nicht als „soft-skill“ neben vermeintlichen Kernthemen stattfinden. Vielmehr muss deren fundierte Analyse alle Bereiche universitärer Wissensproduktion und Wissensvermittlung umfassen: Lehre, Forschung und Nachwuchsförderung. Kritische feministische Gesellschaftstheorien und Wissenschaftsreflexion bedürfen daher einer festen Verankerung in der gesamten universitären Landschaft. Die momentane Marginalisierung der Gender Studies an der Universität Wien bildet sich in einer prekäreren Verankerung als bloße Verwaltungseinheit ab. Trotz des Bekenntnisses der Universitätsleitung zu Interdisziplinarität wird das Potential der international renommierten Gender Studies an der Universität Wien nicht ausgeschöpft . Um Wissenschaftstheoretisch geleitet und Fächerübergreifend sinnvoll lernen, lehren und forschen zu können, bedarf es nachhaltiger Ressourcen im Bereich der personellen und räumlichen Infrastruktur, und der finanziellen Ausstattung. Für diesen Austausch ist auch die Verankerung feministischer Forschung und Lehre in allen Studienrichtungen unabdingbar. Eine verantwortungsvolle Personalpolitik trägt dieser Herausforderung durch verstärkte Berücksichtigung kritischer feministischer Wissenschafter_innen Rechnung. Das Studium wird durch die Modularisierung zusehends verschult, die Einführung der Erweiterungscurricula hat dies noch intensiviert und zwingt die Studierenden, sich „effizient“ an kanonisierten Wissenschaftsvorgaben zu orientieren. Die Forderung nach selbstbestimmter Wissensaneignung entgegen elitärer Deutungsmacht ist für Studierende, Lehrende und Forschende gleichermaßen zentral. Im Interesse aller verlangt sie deshalb einen Aushandlungsprozess selbstbestimmter und demokratischer Strukturen für die Zukunft. Dies kann nicht ohne die volle Mitbestimmung der größten Gruppe der Universitätsangehörigen passieren, der Studierenden! Selbstverständlich für eine offene, sozial durchlässige und demokratische Universität muss es sein, dass es zu keiner Diskriminierung aufgrund Geschlecht, sexueller Orientierung, Herkunft, Alter und Menschen mit besonderen Bedürfnissen kommt. Dies lässt sich in einer strukturell ungleichen Gesellschaft nur durch aktive Arbeit - aktive Frauenförderung durch eine 50%-Quote, Quoten zur Förderung von Menschen mit Migrationshintergrund sowie LGBTQ-Personen (lesbian, gay, bisexual, transgender/transsexual, queer) und weiteren Angehörigen systematisch diskriminierter Gruppen in allen Bereichen des Bildungswesens umsetzen.


 kritischer, feministischer Bildungsbegriff  Sichtbarkein innerhalb der Proteste  Internationale Ausrichtung des Bildungsdiskurses  ....

1. Allgemeine Forderungen

- Kritische/emanzipatorische Forschung - Kritik an Bologna-Prozess, BA/MA-System - Selbstverwaltete und mitbestimmte Strukturen - Mitbestimmung der Studierenden bei Studienplänen (Kritik an Bologna, Erweiterungscurriculum etc.) - Antidiskriminierung als Konsens (Frauen, Lesben, queer, etc.) - Feministische Gesellschaftskritik - Akzeptanz, Sichtbarkeit und Aufwertung der Gender Studies

2. Masterstudium Gender Studies 2. 1. Wir fordern eine sichtbare Verbesserung der strukturellen Verankerung der Gender Studies an der Universität Wien!

Zur Zeit ist die Situation der Gender Studies prekär, da es keine klare Zuständigkeit für die administrative und inhaltliche Organisation des Studiums gibt. Das Referat für Gender Forschung ist kein eigenständiges, autonomes Institut, sondern eine Verwaltungseinheit innerhalb der Organisationsstelle Studien- und Lehrwesen, die dem Vizerektorat für Lehre untergeordnet ist. Das Referat ist weisungsgebunden und fügt sich in ein hierarchisches Netz.

Wir wollen einen festen Platz für die Gender Studies an der Universität Wien (der auch an die symbolische Aufwertung des Studiums geknüpft ist)! Dieser ist entweder in Form eines eigenen Institutes oder eines interdisziplinären Forschungszentrums, gemeinsam mit anderen interdisziplinären Studienrichtungen (wie der Internationalen Entwicklung oder den Cultural Studies), zu realisieren.

2. 2. Wir fordern eine eigene (oder mehrere) Professur(en) für die Gender Studies!

Es sollen strukturelle Bedingungen geschaffen werden, um einerseits eine vielfältige, reflexive, kritische Forschung und Lehre zu ermöglichen, und um andererseits administrative Abläufe (wie die immer wieder neue Anwerbung und Koordinierung externer Lehrenden) zu vereinfachen.

Hierbei ist auch eine Teilwidmung für eine (oder mehrere) Professur(en) denkbar, um die Interdisziplinparität des Studiums, eine seiner zentralen Stärken, sicher stellen und fördern zu können. (Bsp. zwei Personen 50/50 oder vier Personen 75/25).

2. 3. Wir fordern transparente Strukturen, transparente Entscheidungsprozesse und die Mitbestimmung der Studierenden auf allen universitären Ebenen!

2. 4. Wir fordern die Einführung von verpflichtenden Gender Studies - Lehrveranstaltungen in allen Studienrichtungen!

Die Auseinandersetzung mit Geschlechterverhältnissen und feministischer und queerer Gesellschaftskritik sollte an allen Universitäten und in allen Studienrichtungen fest verankert sein. „Gender“ betrifft nicht nur Frauen. „Gender“ ist kein Randphänomen. Geschlechterverhältnisse strukturieren unsere Gesellschaft, fungieren als soziale PlatzanweiserInnen, schaffen Hierarchien und soziale Realitäten, auch an den Universitäten.

3. Studierende, Lehrende, Forschende

- Mobilität tatsächlich ermöglichen - Wissenschaftliche Möglichkeiten/Förderungen/Nachwuchs in den Gender Studies - Räume für Studis, Lehrende; für Arbeit und Austausch


Protokoll der ersten Vollversammlung des Masterstudiengangs Gender Studies vom 4. November 2009

1. Festlegen der Tagesordnung Situationsbericht Lehrende Bereits vorgeschlagene Punkte aus dem wiki Vorschläge aus dem Plenum

1. Situationsbericht

Geschichte und Entwicklung der Gender Studies an der Universität Wien: Der Aufbau erfolgte zunächst auf ProfessorInnenebene, wurde später vom Mittelbau getragen. Es gab verschiedene Kooridinationsstellen in Österreich. An der Uni Wien wurden dann zwei Stellen etabliert: die Frauenförderung und der Bereich Genderforschung. Entwicklung seit UOG 93 und UG 2002: Die Stelle konnte zunächst autonom agieren, es existierte keine Hierarchieketten. Ab 2001 wurde sie nahe am Rektorat angesiedelt. Das Referat Genderforschung ist sowas wie ein „unbewältigter Rest“, das die Entwicklung eines Masterstudiengangs intensiv verfolgt hat. In der Lehre war aber eine entsprechende Stabstelle unerwünscht, daher handelt es sich um eine Verwaltungsstelle (weisungsgebunden). Das Referat engagierte sich anfangs auch sehr stark uni-plolitisch, was durch die jetztige hierarchische Einbindung aber nur bedingt möglich ist. Daraus entstehen Folgeprobleme: Ursprünglich gab es kein Mischprogramm Gender Studies. Die Genderperspektive wurde jeweils von den einzelnen Fächern getragen, die Curricula der einzelnen Studienrichtung wurden auf ihren Anteil an genderspezifischen Lehrveranstaltungen hin untersucht. Seit dem UG 2002 ist das nicht mehr möglich, weil sich Kompentenzverschiebungen durch die Uni-Auonomie ergeben haben. Die damit verbundene Interessensverschiebung bewirkte, dass der Bereich Gender Studies bei der Etablierung der einzelnen Bachelorstudiengänge an den Rand gedrängt wurde. Ohne „echte Verbündete“ gibt es für die Gender Studies aber auch keinen Wirkungsbereich und keine Entwicklungsmöglichkeiten. Daher wurde 2006 der Masterstudiengang als eigener Studiengang eingeführt. Der Studiengang wird/ wurde von einer Curricular-Arbeitsgruppe entwickelt. Aber: Seit 2004 ist die Personalsituation völlig ungeklärt, da man damit auf die Ausgestaltung der Kollektivverträge warten wollte. Professur: Wünschenswert wären Teilwidmungen (25%:75%), (50%:50% wurde auch kurz angesprochen) für mehrere Personen, um eine gewisse Nachhaltigkeit und Beständigkeit sowie einen Perspektivenreichtum (VertreterInnen verschiedener Fachrichtungen) gewährleisten zu können. Struktur: Das Referat Genderforschung ist eine Verwaltungsstelle. Es gibt kein Institut und keine Fakultätszugehörigkeit, weil es sich um eine interdisziplinäre Forschungsrichtung handelt. Daraus ergeben sich nicht nur Schwierigkeiten für die Abläufe (Personalbestellung etc.), sondern auch andere Probleme: es gibt (gab bis jetzt) keine eigenen Räume für die Gender Studies, einen Verwaltungsposten gibt es nicht, weswegen die Verwendung der Lehrplattformen nicht automatisch eingerichtet werden kann usw. Seit der Umstellung auf den Masterstudiengang (vormals Magisterstudiengang) musste die Module adaptiert werden. Es gibt keine Fachvertiefung mehr. Stattdessen ist ein Erweiterungscurriculum zu absolvieren. Die ECs sind allerdings für Bachelor-Studiengänge vorgesehen --> Problem des unterschiedlichen Niveaus, Anmeldeprobleme über univis. Ein Austausch zwischen den Studienrichtungen ist auf diese Art nicht mehr möglich, vielmehr „unerwürnscht“. Es wurde ein AG gegründet, um die Strukturprobleme der Gender Studies zu lösen. Das UG 2002 hat die Institutsstrukturen abgewertet. Maßgeblich sind nunmehr die einzelnen Fakultäten als wichtigste Entscheidungsträger. Das Rektorat wollte keine Zentren für die Gender Studies oder die Cultural Studies, ähnlich dem Universitätssportzentrum, schaffen. Der Organistationsplan der Universität müsste überholt werden. Die Möglichkeit das anzuregen bestünde jetzt im Rahmen der Proteste. Dennoch wären die Gender Studies innerhalb eines wie oben angesprochenen Zentrums evt. nicht sichtbar genug.


Studienprogrammleitung: Es gibt eine Vize-Studienprogrammleitung für die Gender Studies. Ursprünglich war die Studienprogrammleitung an der Afrikanistik angesiedelt, dann an der KSA, nunmehr ist Eva Flicker (Soziologin) zuständig. Dadurch wird die Organisation sehr komplex.

Wichtige Fragen: Was passiert mit den Gender Studies politisch? Was ist eine sinnvolle Struktur?

2. Bereits vorgeschlagene Punkte aus dem wiki Tagsordnungspunkte (z.B. Programm für Donnerstag) Alternatives VLVZ im Wiki Forderungen (für MA Gender Studies, für Gender Studies in anderen Fachrichtungen)

Wortmeldung: Situationsbericht aus Berlin Die Einführung des Bachelorstudiengangs hat die Möglichkeiten massive verschlechter trotzdem es dort eine gute Zentrumsstruktur gibt (Personalprobleme, Studiengang wurde vorher vom Mittelbau getragen). Das Problem ist länderübergreifend und betrifft ebenfalls ERASMUS (Mobilität und Austausch problematisch).


3. Forderungen

3.1. Allgemeine Forderungen

- Kritische/emanzipatorische Forschung - Kritik an Bologna-Prozess, BA/MA-System - Selbstverwaltete und mitbestimmte Strukturen - Mitbestimmung der Studierenden bei Studienplänen (Kritik an Bologna, Erweiterungscurriculum etc.) - Antidiskriminierung als Konsens (Frauen, Lesben, queer, etc.) - Feministische Gesellschaftskritik - Akzeptanz, Sichtbarkeit und Aufwertung der Gender Studies

3.2. Masterstudium Gender Studies - Struktur für Interdisziplinäre Forschung und Lehre -> Kritik am IST-Zustand: Referat als Verwaltungsstelle, prekäre Lage der Gender Studies (Beschäftigungsverhältnisse, Inhalte etc.) -> Soll-Zustand: Sichtbare Strukturveränderungen! - Gender Studies verstärkt als Pflichtlehre in allen Studienrichtungen - Eigene Professur(en) oder Teilwidmungen (Bsp. 50/50 oder 75/25) - Transparente Strukturen auf allen Ebenen - Bessere Betreuungsverhältnisse/Kontinuität von Lehrenden

3.3. Studierende

- Mobilität tatsächlich ermöglichen - Wissenschaftliche Möglichkeiten/Förderungen/Nachwuchs in den Gender Studies - Parallelen zu anderen prekären Studienrichtungen (z.B. IE) - Räume für Studis, Lehrende; für Arbeit und Austausch - Infrastrukturelle Ausfinanzierung

TERMINE:

Donnerstag, 05.11.2009: -> 14 Uhr: Transparent malen für Sternmarsch -> 16 Uhr: Gender Studies-Block bei Sternmarsch, Treffpunkt am Otto Wagner Platz, Würschtelstand (Eingang zum Campus), 18 Uhr Urban Loritz Platz Donnerstag, 12.11.2009: Treffen der AG Forderungen, 16 Uhr, Referat Gender Studies Montag, 23.11.2009: Zweite Vollversammlung, 18:00 Uhr, Sensengasse (Se-Raum 3)



Do, 5. November Demotreffpunkt: Campus Ausgang Hof 1 Richtung NIG


Hurrah!

Liebe Studierende und Interessierte des Masterstudiums Gender Studies, wir würden gerne zusammen folgende Vollversammlung vorbereiten.

Ein Terminvorschlag für die Vorberietung wäre morgen Di 20.00 nach der Ringvorlesung im C1. Bitte, postet andere Vorschläge.

vorläufiger Kontakt: 06642418950 (Fanny)


Liebe Studierende und Lehrende der Gender Studies,

auf vielfachen Wunsch von Studierenden laden wir gemeinsam mit der Basisgruppe Gender Studies und den in der Protestbewegung aktiven Gender-Studierenden zur Vollversammlung Gender Studies ein. Dabei sollen Probleme rund ums Masterstudium Gender Studies sichtbar gemacht werden und u.U. daraus Forderungen bzw. weitere Aktivitäten entwickelt werden:

Mittwoch, 4.11.2009 Hörsaal C2 am AAKH-Campus, Hof 2, 1090 Wien 12-14 Uhr


Mögliche Tagesordnungspunkte:

Geschichte/Entwicklung der Gender Studies in Wien - wie gehts weiter?; konkrete Studienbedingungen (Referat - Lehrende - Lehrveranstaltungen - Raummangel - etc.); was können wir am Donnerstag tun (bundesweiter Aktionstag für freie und emanzipatoriche Bildung): Squatting Teachers, alternatives Lehrveranstaltungsprogramm (feministische Gesellschaftskritik sichtbarer machen), etc. (siehe beispielsweise Aktionen der Politikwissenschaften, Kunstgeschichte, Philosophie, Internationalen Entwicklung, etc.) was wollen wir Studierende, Lehrende und Interessierte für die Proteste und in weiterer Folge für unser Masterstudium;