Diskussion:Frauen Lesben Inter Trans AG

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Löschung der Seite

Eine unbeliebte Seite einfach so zu löschen, ohne vorher irgendwem bescheid zu geben ist eine Frechheit. Warum sich der Infopoint dieses Recht raus nimmt ist mir auch vollkommen unklar !!

Finde ich auch äußerst seltsam. Werde die Admins mal anschreiben, was es damit auf sich hat. --188.138.32.33

ist von dem login infopoint gemacht worden. der so wie ich gehört habe auch ohne absprache die interaktionen und die queer AG in eine Seite gestellt hat --188.138.32.33 22:24, 2 November 2009 (CET)

Frage zu Sexismus

Um der Diskussion einen Rahmen zu geben:

  • Definition von Sexismus: Der Begriff Sexismus dient als Beschreibung einer diskriminierenden gesellschaftlichen Hierarchie und daraus resultierender Verhaltensweisen etc. meint nicht "nur" Vorurteile aufgrund auf Geschlechtszuordnungen, sondern die Verbindung dieser Vorurteile mit einer strukturell und institutionell privilegierten (auf Geschlechtszuordnungen basierenden) Machtposition gegenüber der Gruppe, gegen die sich die Vorurteile richten.
  • Es gibt auch geschlechtsbezogene Vorurteile, die nicht mit einer eigenen Machtposition (aufgrund von Geschlecht) verbunden sind (zb. von "Frauen" gegenüber "Männern") - aber sie sind kein Sexismus, da wir nunmal in einer patriarchal strukturierten Gesellschaft leben. Das macht sie jetzt nicht zu "besseren" Vorurteilen, aber sie sind in einem anderen Kontext zu sehen.




Hallo, hab eine wirklich ganz ernst und wirklich nicht provokant gemeinte Frage, die mir irgendwie niemand beantworten konnte: Was ist sexistisch daran, wenn ein (offensichtlich angsoffener) Mann auf die Bühne des Audimax geht und seine Hose runter zieht? IHMO ist es unnötig, dumm und wahrscheinlich findet es eh nur er selber lustig, aber was daran ist sexistisch? lG

Antwort auf die Frage warum präsentierte schwänze auf der bühne sexistisch sind: viele menschen fühlen sich durch so ein verhalten unwohl. wahrscheinlich mehr frauen als männer, weil ein nackter schwanz den man nicht nach einvernehmen von allen beteiligten personen zu sehen bekommt, für frauen oft als drohung wirkt. das audimax sollte aber für alle menschen ein sicherer ort sein. insofern sexistisch
Einen Schwanz auf einer Bühne in einer Menschenmasse empfindest Du als Drohung? Ich als Frau müsst einfach nur darüber lachen und fertig. Geschmacklos und unreif is es, mehr auch nicht. Ein Besoffener halt, willkommen in der Realität...
Können wir uns darauf einigen, dass es für einige unangenehm ist oder eine Bedrohung darstellt, und dass dies wichtiger ist, als dem verklemmten Exhibitionismus von Angsoffenen das Podium zu überlassen? Mir es privat auch egal, ob mir wer sein deppertes Zumpferl zeigt. Wenn aber das Unbehagen dazu artikuliert ist, wie von der AG, dann ist es mir nicht mehr egal.
Hm, das erste was mir dazu einfällt, ist, was wohl ein paar Männer die ich kenne darauf antworten würden (ob jetzt ernst oder spaßhalber). Wohl sowas wie "Ich fühl mich auch unwohl, wenn ich hässliche Frauen sehen muss, aber wir sind in einem freien Land und da muss man eben auch tolerant sein..."
Es ist mir klar und ich verstehe es, dass sich manche unwohl dabei fühlen. Ist das schon Sexismus? Wenn sich Frauen durch Handlungen von Männern unwohl oder bedroht fühlen, ist das schon Sexismus? Die Wikipedia meint: "Unter Sexismus versteht man die Diskriminierung oder Unterdrückung von Menschen allein aufgrund ihrer Geschlechtszugehörigkeit". Also das passt für mich da einfach nicht zusammen. Aber ich freu mich immer neue Erkenntnisse zu gewinnen. Ich finde es unter obiger Definition eher sexistisch, wenn es einen Frauenraum gibt, wo keine Männer reindürfen. Weil das ist eindeutig Diskriminierung allein aufgrund dem Umstand ein Mann zu sein
Die Wikipedia Definition greift hier wohl sehr kurz. Sexismus richtet sich in einer von MÄnnern* dominierten Welt hauptsächlich gegen Frauen*. Das heißt nicht, dass Männer* nicht von Unterdrückungsmechanismen betroffen sind, aber dass Männer* in einer Welt leben in der sie sich gegen diese leichter zur Wehr setzen können, weil sie eher gehört werden, sich leichter andere mitihnen solidarisieren etc. Daher halte ich es für nötig Sexismus in erster Linie als Unterdrückung oder Diskriminierung von Frauen* zu verstehen.

Und ja: ich fühle mich unwohl wenn ich plötzlich einen nackten Schwanz vor der Nase habe. Ich mag mich entscheiden können ob ich an diesem sexuellen Akt teilnehmen will oder nicht. Und ich mag nicht! ad Frauen*raum: Gehen wir von dem oben beschriebenen gesellschaftlichen Verhältnis aus, dass eben Frauen* strukturell (das fühlt sich jede anders an!) diskriminiert werden. Um dieses strukturelle Ungleichgewicht zu bekämpfen und irgendwie mal in ferner Zukunft in ein Gleichgewicht bringen zu können braucht es Instrumente die diese Strukturen verändern. Das sind Redner_innenlisten mit Frauenvorzug, oder Redezeitbeschränkungen, oder aber auch Räume für Frauen* - irgendwann brauchts diese Instrumente vielleicht nicht mehr- aber solange Frauen bei der Formulierung von Antisexistischen Forderungen ausgelacht werden ist das wohl noch ein weiter weg...

Distanzierung

hallo frauen, ich bitte um distanzierung von rufen wie "männern in die fresse haun". sowas kann auch zum boomerang werden und der bewegung auf den kopf fallen. bitte, danke.

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hallo alle, die sich hier mitteilen! Ich bitte um die Distanzierung von sexistischem Verhaltem und sexualisierten Übergriffen. bitte, danke. Auch die Kritik der Kritik muss möglich sein :-)



stellungnahme einer frau*: ich finde es sehr muehsam dass das wieder und wieder erklaert werden muss, dennoch ist dies leider anscheinend notwendig, daher hier eine erklaerung und re-kontextualisierung des kritisierten spruches "haut den typen eine rein": bei der kritik an diesem spruch (als zu aggressiv oder sogar "sexistisch" maennern gegenueber) wird dieser aus seinem kontext gerissen ohne den er tatsaechlich nicht oder nur sehr missverstaendlich zu verstehen ist - als ganzes lautet der spruch "frauen, hoert ihr frauen schrein, sagt nein, greift ein, haut den typen eine rein" bzw wurde bei der demo (und in den aufrufen zum frauenlesben und frauenlesbentrans*block) auch folgendermassen gebraucht und verlesen: "antisexismus muss praxis werden - patriarchat zerschlagen: wehrt euch gegen direkte und strukturelle gewalt! frauen* wehrt eucht, greift ein, haut den typen eine rein"

wie hoffentlich durch die wiedereinbettung in den kontext unschwer zu erkennen ist handelt es sich also um einen aufruf zur - auch koerperlichen - selbstverteidigung (und solidarisierung und verteidigung anderer betroffener frauen*) gegen sexistische gewalt und NICHT zb. dazu schlaeger*innentrupps zu bilden die losziehen sollen um ueberall und jederzeit ohne vorherigen anlass maenner zu verpruegeln, "nur" weil diese maenner sind. welche_r mit so einem aufruf zur selbstverteidigung probleme hat sollte sich imho ernste gedanken ueber seine_ihre einstellung machen. dass dieser spruch jetzt immer wieder aus dem kontext gerissen hergenommen wird um die frauen*ag als zu aggressiv, maennerfeinlich und sogar selbst "sexistisch" (gemeint wird dabei gegenueber maennern) darzustellen und zu diffamieren zeigt nur wie tief der strukturelle sexismus in uns allen (va. maennern, aber auch frauen, trans* etc) verankert ist und wieviel antisexistische sensibilisierung und arbeit gegen gesellschaftliche hierarchien und gegen verinnerlichte sexistische diskriminierungen noch notwendig ist.

die arbeit der frauen*ag finde ich eine aeusserst wichtige und gute und anstatt da gleich bei jeder gelegenheit darauf rumzutrampeln haetten sich zb auch einige menschen darueber gedanken machen koennen wie es denn dazu kommt dass der aufruf "haut den typen eine rein" (der von der frauen*ag aber nie separat und ohne den kontext verwendet wurde) ueberhaupt notwendig ist bzw in was fuer einem kontext der stehen koennte (falls das tatsaechlich welche nicht mitbekommen bzw. moeglicherweise auch bewusst oder unbewusst ausgeblendet haben), anstatt sich gleich beleidigt oder selbst angegriffen zu fuehlen und dabei auszublenden dass sexismus und sexistische diskriminierung in unserer gesellschaft eine reale hierarchie bezeichnet, die system hat und struktur hat und auch verinnerlicht ist. die auseinandersetzung damit muss imho nicht zuletzt auch bei uns selbst ansetzen - selbst wenn so eine selbstreflexion unangenehm ist und es viel leichter ist so zu tun als waeren das nur ein paar wenige "hysterische ueberempfindliche maennerfeinliche" frauen* die da auf einmal ohne veranlassung mit der sexismus-keule um sich schlagen (und ich formuliere das jetzt bewusst in einer form die den alltaeglichen sexismus zeigt, der sich auch sprachlich niederschlaegt und ausdrueckt)

hinweisen moechte ich hier auch auf den offenen brief eines mannes "ja wir maenner sind sexisten" auf indymedia als beispiel einer selbstreflexion zu dem thema: [1]

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re: danke für die antwort. wird denn aber nicht immer sensibilität in der sprache gefordert? wie kann ich das ernst nehmen, wenn glz. dinge (und zwar nur die gewalttätigen) aus dem kontext gerissen werden und somit der, wie ihr es auszudrücken pflegt, sozialisation der breiten massen nicht unbedingt zuträglich ist? sorry, aber diese kritik müsst ihr euch gefallen lassen. denkt nach was ihr sagt, es hat auch eine aussenwirkung. und die ist (und war) in diesem fall mehr als katastrophal und hat sowohl "fortschrittliche" frauen als auch männer ziemlich gestört.


wenn ein mann ähniliche "emanzipierte" sprüche loslassen würde, wärt ihr die ersten die sich entrüsten würden. sogar im kontext wirkt euer haut den männern eine rein dumm, brutal und alles andere als weltoffen,aufgeschlossen oder gar dialogbereit. Ihr kommt einfach nur extrem und radikal rüber-sorry.

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ergänzung zu meiner obigen stellungnahme: der satz "haut den typen eine rein" ist in oeffentlichen aussagen/aussendungen etc. der frauen*ag/des frauen*raums eben NIE ohne den kontext (aufruf zur selbstverteidigung gegen sexistische gewalt&uebergriffe) verwendet worden(--blödsinn, sehr wohl--), sondern immer in diesen eingebettet - er wurde lediglich von kritiker_innen der frauen*ag aus dem kontext gerissen gebraucht (und soweit ich mitbekommmen habe aber nie mit dem urspruenglichen kontext, der klargemacht haette worum es eigentlich geht) und somit erst durch die kritiker_innen ent-kontextualisiert - ich habe das in meiner obigen stellungnahme jetzt auch noch mal umissverstaendlicher formuliert bzw ergaenzt - hoffe dass das damit ausreichend er/geklaert ist? oder ist deine frage/kritik etwa anders zu verstehen?

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hi nochmal! bei der abschlusskundgebung am mittwoch wurde er, ohne dass jederfrau/jedermann den kontext erkennen konnte, in die menge geschleudert. aber danke für das feedback. reden macht doch viele leichter und klärt vieles. im zusammenhang ist der spruch natürlich völlig legitim. :) gute nacht (alter, schon wieder 3 in der früh. gibts ja ned)

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spaet aber doch auch dazu noch eine antwort von mir: was die rede bei der ersten grossdemo betrifft - da irrst du dich, der verlesene text war der auch in der ankuendigung (der frauenlesben&frauenlesbentrans*blocks) verwendete und wo der "typen eine rein"satz explizit auch im kontext selbstverteidigung genannt war (als mit vorsatz "antisexismus muss praxis werden - patriarchat zerschlagen: wehrt euch gegen direkte und strukturelle gewalt! frauen* wehrt eucht, greift ein..." - dass die meisten anwesenden die ohren anscheinend erst zugeklappt hatten (als es eben um gewalt gegen frauen* ging) und die aufmerksamkeit sich auf die wahrnehmung des einen dann (ohne den kontext mitbekommen zu haben, der ja uebrigens auch erfragt haette werden koennen, falls mensch ihn "unabsichtlich" verpasst hat) heftigst kritisierten satzes beschraenkt hat finde ich symptomatisch, aber leider nicht weiter verwunderlich... dass die verwendung des satzes ohne den kontext nicht im sinne der frauen_lesben_inter_trans_ag waere sollte hoffentlich inzwischen klar geworden sein und ich hoffe der letzte dahingehende "vorwurf" waere hiermit auch geklaert? weil dass das verfassen von rechtfertigungen fuer etwas, das nur in falscher aussenwahrnehmung begruendet ist, ums gelinde zu sagen "a zache gschicht" ist, ist hoffentlich auch klar... im sinne hoffentlich beseitigter (un ;))klarheiten wuensche ich daher jetzt auch eine gute nacht

Kritik vs. Polemik

Wie die Kritik die geäussert wird, oder was Polemik/Troll Verhalten ist:

Kommentare die nicht auf eine Diskussion rauslaufen, sonder nur bashen und kein niveau haben, auf deren basis keine verständigung mehr möglich ist, sollten von allen gelöscht werden. Das ist keine zensur! wenn keine meinung abseits von (sexistischem) geschimpfe geäussert wird, ist es um den kommentar nicht schade. ansonsten geht die inhaltliche diskussion hier unter, weil sie in geschimpfe erstickt!!!!


  • Es gibt keine Ansprechsperson hier. Ich glaube auch nicht, dass hier jemand angesprochen werden will. Natürlich ist Sexismus keine Meinung, aber wie er bekämpft wird ist eine Meinung. Und wenn da jemand anderer Meinung ist, ist das kein Sexismus und selbst dann wäre nicht jedes beliebige Verhalten zu entschuldigen. Und versteckt euch nicht hinter Traumatisierungen, wenn ihr keine Kritik verträgt. Es geht hier in erster Linie um Bildung, ihr könnt nicht ernsthaft verlangen, dass ihr jetzt machen könnt, was ihr wollt.
  • aber es gibt menschen die sich hier der aufarbeitung von wissenslücken und verständnisproblemen bis zu antifeministischen ressentiment, abrackern. ist halt nicht sonderlich lustig, wenn mensch selbst auf einem ganz anderen wissens- und reflektionsstand ist bzw. ganz andere schmerzgrenzen mit problematischen aussagen hat...


SEXISMUS IST GEWALT UND KEINE MEINUNG!!!!!! WIR MüSSEN UND WERDEN NICHT DARüBER DISKUTIEREN, DASS WIR GEWALT ERFAHREN HABEN!!!!!!


bitte überlegt euch was ihr mit dieser ständigen infragestellung unserer arbeit an retraumatisierungen auslöst!

  • glaubt ihr ich habe nichts besseres zu tun als irgendwo nach einem medium zu suchen wos euch recht ist euch meine meinung mitzuteilen? in den frauenraum darf kein mann, hier unter der rubrik feedback löscht ihr alle feedbacks raus und begründet das indirekt mit unfähigkeit zur diskussion. das bestätigt die allgemeine linie auf der ihr agiert. ich fordere euch auf, in den aussagen anderer verständniswilligkeit und den willen zur erreichung des besten für alle zu suchen.
  • wirkt so :-) sonst hättest du es vielleicht nicht so krampfhaft probiert, wie du ja selbst schreibst... aber nix für ungut ich hab eigentlich auch besseres zu tun als hier langdsam auf einige sachen eingehen. danke!

Liebe Frauen AG! Mit eurem Verhalten habt ihr es jetzt endgültig geschafft, motivierte Mitarbeiter der IT AG und der Presse AG endgültig zu vertreiben. Hiermit möchte ich euch recht herzlich dazu gratulieren. Ihr redet immer davon, dass keiner diskriminiert werden darf. Dabei seid ihr diejenigen die diskriminieren. Männer werden nicht zu Diskusionen mit euch zugelassen und selbst wenn man, wie ich, als Frau nicht 100 % mit eurer Meinung übereinstimmt wird man sofort als Sexist bezeichnet und man kommt nicht mehr zu Wort. Ich werde diese Meldung überall wo es mir nur möglich ist publizieren und auch meine Freunde bitten dies zu tun da ihr mit eurer Zensur (Löschung der kritischen Meinungen welche in keiner Form sexistisch oder diskriminierend sind) versucht, die radikalen Einstellungen gewisser Mitglieder eurer AG zu vertuschen. Auch ihr solltet euch an gewisse Umgangsregeln halten und auch, so wie ihr es von anderen erwartet, respektvoll mit Mitmenschen umgehen.

- Es wurden inzwischen mehrere Workshops organisiert.Zwei davon wurden nicht besucht, und zwar einer zu antisexistischer Intervention sowie einer zum Gleichbehandlungsgesetz und dessen Umsetzung an den Unis - beide waren mehrfach angekündigt, das Interesse hat sich in Grenzen gehalten. Ich für meinen Teil bin mir keines respektlosen Benehmens bewusst und sehe keinen Grund eine radikale Haltung zu vertuschen. Mfg.


Ich finde der siebente Punkt des Forderungskatalogs müsste noch spezifiziert werden. Z.B. Wird zur Erreichung eines ausgeglichen Verhältnisses der Geschlechter in allen Anstellungsbereichen der Universität ein 10jahres Rahmen festgelegt, wobei jährlich progressiv steigend der Frauenanteil real erhöht werden muss. Wie vielleicht mitbekommen, ist mir kein einziges mal der begriff Frauenquote über die lippen gelangt, ich würde von diesem Begriff auf taktischen gründen abstand nehmen! Grüße --188.138.32.33 15:12, 30 October 2009 (CET)

Sexismus-Flyer /Klassismus und Kapitalismus

Eine freie Uni für Alle heißt vor allem auch einen Freiraum zu schaffen in dem Sexismus, Transphobie, Homophobie, Antisemitismus und Rassismus KEINEN Platz haben!!

was ist mit Klassismus? der wurde vergessen. Geschlechterherrschaft und Rassismus sind ohne ausreichende Analyse der gesellschaftlichen Totalität nicht erschöpfend zu begreifen. Kapitalismus und Patriarchat hängen zusammen. Eine freie Uni als gesellschaftlicher normalzustand wird es unter kapitalistischen verhältnissen nie geben.

edit 01. 11 2009: Beitrag wurde auf die Sexismusdoku-Seite verschoben [2]

Ich kann mich erinnern dass das kurz diskutiert wurde, für mich persönlich ist der Begriff Klassismus recht schwammig. Gibts da wo eine brauchbare Definition? Prinzipiell ist die Aufzählung aber sicher nicht vollständig und sicher auch erweiterbar :-)

Flyer

  • Liebe Frauen AG,

Ich bin männlich, habe mir euren Flyer durchgelesen, und festgestellt, dass dier Flyer männerfeindlich ist. Ich bitte euch, diesen Flyer UMGEHEND zu bearbeiten. Ich hoffe, dass ihr selber seht, was so falsch an diesem Flyer ist, aber ich werde euch einen Hinweis gleich im ersten Satz geben:

"Ist dir schon aufgefallen, dass du dich wenn über Sexismus gesprochen wird, selbst ausnimmst, dich nicht mitreflektierst und deine eigene männliche und daher sexistische Sozialisation leugnest?"

Männlich, daher sexistisch... das bedeutet, dass ihr, liebe Damen von der Frauen AG, alle Männer als Sexisten anseht. Ich werde mir eure aggressive Vorgehensweise Männern gegenüber nicht mehr lange gefallen lassen. Ich bin absolut für die Gleichberechtigung der Frau, aber ihr geht dieses Thema falsch an. Ihr führt einen Krieg gegen Männer, anstatt konstruktiv mit ihnen zu sprechen. Falls sich das nicht ändert, werde ich dieses inakzeptable Verhalten in einem Plenum oder in einer Diskussionsrunde ansprechen. So kann es nicht weiter gehen. Meine Freundinnen haben mir erzählt, dass sie sich als Frauen für euer Verhalten schämen. Hoffentlich beginnt IHR vielleicht nachzudenken über euer Verhalten. Ihr gehört zu den unbeliebtesten AGs, was man daran erkennen kann, wie viel Kritik ihr von allen Seiten und von beiden Geschlechtern bekommt. Führt den Kampf gegen Sexismus fort, aber führt keinen Krieg gegen Männer.

eine männlich geprägte Sozialisation ist Bestandteil JEDER Sozialisation, egal welches Geschlecht die Person hat. Männlich geprägte Verhaltensmuster, Stereotype als positiver/ mächtiger/ erstrebenswert zu betrachten ist z.B. sowas (wer am lautesten schreit...etc.). Demnach ist auch Sexismus Teil jeder Sozialisation- wir leben in einer sexistischen Welt, und werden davon unser Leben lang beeinflusst (ALLE egal welches Geschlecht). Das ist also keine Gleichsetzung sondern eine Aufforderung eigene Sexismen zu hinterfragen- die jede_r in sich trägt. Nur durch eine solche Reflexion wird es möglich diese zu erkennen, sie zu stoppen und gegen sie.
In dieser Gesellschaft ist es aber leider immer noch so, dass Frauen* in erster Linie (statistisch gesehen) Opfer* und Männer* Täter sind. Um die Tatsache dass jede fünfte Frau Opfer* von sexueler Gewalt von Männern* wird kommt mensch nunmal nicht rum- und muss das auch so benennen um es analysieren und angreifen zu können.
Ich hab' eine Frage. Wenn jemand (egal welchem Geschlecht er angehört) sagt: "FRAUEN AN DIE MACHT!" -- wie würde sich die Frauen AG verhalten? Anderer Punkt: Auch wenn statistisch gesehen Männer häufiger Sexisten sind, heißt das nicht, dass Frauen immer unschuldig sind - dennoch ist der Flyer nur an Männer gerichtet, und geht davon aus, dass jeder Mann sexistisch ist. Ihr habt den Flyer sehr sehr falsch formuliert. Anstatt neutral über Sexismus zu informieren, prangert ihr Männer an. Ein Mann stellt auf diesem Flyer Fragen, wird aber ständig unterbrochen mit Aussagen, die eindeutig davon ausgehen, dass dieser Mann ein Sexist ist (obwohl er von sich selbst behauptet, er sei keiner). Ich bin selbst so ein Mann. Ich sehe mich nicht als Sexisten. Ich hab' heute eine Freundin von mir gefragt, ob sie sich manchmal von mir diskriminiert fühlt. Ihre Antwort: "Haha, nein. Von dir fühle ich mich nicht unterjocht. Und überhaupt grabschen wir dich mehr an als du uns *hüstel*" (hoffentlich hat sie nichts dagegen, dass ich das hier poste). Mein Punkt ist, dass ihr den Flyer neu gestalten sollt. Geht NICHT davon aus, dass der Leser ein Sexist ist. Geht AUCH NICHT davon aus, dass dieses Problem nur Männer betrifft. Der Flyer sollte geschlechtsneutral sein, und niemanden anprangern. Er sollte zum Nachdenken anregen und informieren - aber BEIDE Geschlechter. Dieser Flyer sollte einer Frau in die Hände fallen, und von ihr nicht sofort wieder weggeschmissen werden, weil er sich nur mit Männern beschäftigt.
Wie ich oben erwähnte, sehen mich meine Freundinnen nicht als Sexisten an, jedoch gendere ich nicht, wenn ich spreche. Auch vorm Plenum hab' ich schon gesprochen, und auf das Gendern vergessen - nicht aus Absicht. Bin ich in euren Augen ein Sexist deswegen? In eurem Flyer wundert ihr euch, warum Männer sich verteidigen, wenn ihr sie als Sexisten beschimpft... ist der Grund nicht eigentlich klar? Wie würdet ihr reagieren, wenn ich euch Seximus vorwerfe (und genau das tue ich - wie fühlt ihr euch?). Wie lang und wieviel eine Person spricht hängt mit der Persönlichkeit zusammen. Ein introvertierter Mann spricht weniger als eine extrovertierte Frau. Nur weil ein Mann extrovertiert ist, und daher viel spricht, heißt das nicht, dass er ein Sexist ist. Nur weil sich weniger Frauen im Plenum bei Diskussionen melden, heißt das nicht, dass Frauen unterdrückt werden. Allerdings unterdrückt ihr Männer wenn ihr fordert, dass zwei Frauen hintereinander sprechen dürfen, zwei Männer jedoch nicht. Bitte erklärt mir was DAS mit Gleichberechtigung zu tun hat. Gleichberechtigung bedeutet nicht, dass Frauen mehr Rechte haben sollten als Männer, sondern, dass sie genauso viele Rechte haben sollten wie sie. Mit dieser Forderung geht ihr aber in die falsche Richtung. Außerdem ist eure Quotenforderung (MINDESTENS 50% Frauen) männerfeindlich, da ihr damit 50% für Frauen reserviert, und Frauen, in der Theorie, 100% haben könnten - Männer können allerdings HÖCHSTENS 50% haben. Ist das fair? Ich wollte euch außerdem noch fragen, warum ihr Lesben, Inter- und Transsexuelle in euer Programm aufgenommen habt, Schwule aber nicht. Ihr predigt von Homophobie, aber schwule Männer haben bei euch nichts verloren. Wie sieht es mit Transfrauen aus (also Männer, welche sich als Frauen fühlen?). Sind die willkommen bei der FLIT AG?
Ich fordere, dass ihr euren aggressiven Kurs einstellt. Ihr könnt und dürft Männer nicht so kriminalisieren. In eurem Flyer fragt ihr: "Hast du schon einmal bemerkt, wie viel Raum du im Vergleich zu Frauen* einnimmst?". Dieser Satz ist eine rhetorische Frage. Dieser Satz beinhaltet eine Feststellung, die eigentlich ein Vorurteil ist: Männer nehmen mehr Raum ein als Frauen. Dieser Satz ist Vorurteil. Dieser Satz stimmt nicht. Es wird nicht zum Nachdenken angeregt - ihr, die Frauen AG, habt das Denken übernommen. Eure Frage ist bereits die Antwort, die allerdings auf viele Männer NICHT zutrifft. Ihr seht viele Dinge als Sexismus an, die, in meinen Augen, kein Sexismus ist. Lasst mich ein Beispiel nennen: "Schleich dich, du Hure". Dieser Satz ist niveau- und respektlos, aber ich erkenne den Sexismus nicht. Hure ist ein Schimpfwort, das sehr beleidigend sein kann - aber einen Mann als "Arschloch" zu bezeichnen kann für den Mann ebenfalls sehr verletzend sein. "Hure" und "Arschloch" sind beides Schimpfwörter. Frauen werden eher als "Hure" oder "Schlampe" beschimpft, Männer eher als "Arschloch". Wenn mich jemand ein Arschloch nennt, ist diese Person nur niveaulos, oder auch sexistisch? Ich frage mich auch, warum ihr es als sexistisch auffasst, wenn ihr einen nackten Männerkörper seht. Zeitschriften zeigen manchmal nackte Männeroberkörper - ist das ein Angriff auf die Frauen dieser Welt? Eher das Gegenteil. Viele Frauen freuen sich darüber, einen gutaussehend, nackten Männerkörper zu sehen (mit Ausnahme von homosexuellen Frauen). Das Beispiel mit den nackten Männerkörpern ist kein Sexismus. Es ist vielleicht ekelig, aber nicht sexistisch. Ich, als Mann, empfinde das nicht als sexistisch mir gegenüber, und ihr, als Frauen, solltet das auch nicht so sehen.
Wie ihr seht, denke ich nicht sonderlich positiv über eure AG, da ich euch als irrsinnig aggressiv empfinde. Ich möchte euch den Link zu einer AG schicken, die sich ebenfalls mit Sexismus auseinandersetzt. Im Gegensatz zu euch, fühle ich mich von dieser AG nicht angegriffen, da sie dieses Thema neutral auffasst. Diese AG hat meine volle Unterstützung: https://unibrennt.jvales.net/wiki/Selbstverwaltete_Geschlechtsidentitäten_AG . Ich appelliere an euch, euren derzeitigen Kurs zu überdenken, denn ich bin noch nicht fertig mit der Kritik. Viele Menschen mit denen ich über eure AG gesprochen habe finden selbige nicht gut und teilweise sogar als Projekt gefährdent. Alle meine Freundinnen sehen euch so, nur ein auffallend gringer Teil der Leute, mit denen ich gesprochen habe, empfindet euch als gut - wenn sie auch selber Kritikpunkte haben. Meine Forderungen an euch:
  • Gebt den männerfeindlichen Kurs auf, dann habt ihr meine Unterstützung als Mann.
  • ÜBERARBEITET den Flyer. Er sollte informativ und nicht wertend sein. Er sollte das Thema "Sexismus" behandeln, nicht den "Sexismus der Männer".
  • Nehmt möglicherweise homosexuelle Männer in eure AG auf, oder beschwert euch nicht über Homophobie - denn die Angst vor schwulen Männern ist wiederum homophob.
  • Kämpft für Gleichberechtigung - Für die gleichen Rechte beider Geschlechter, nicht für mehr Rechte für Frauen (2 x Frauen hintereinander sprechen lassen, aber nicht 2 x Männer hintereinander sprechen lassen)
Ich bitte euch auf diesen Beitrag zu antworten, und ihn nicht wieder zu löschen. Er beinhaltet eine Meinung, die euch möglicherweise nicht gefällt, die aber ihre Berechtigung hat. Ihr habt den Zorn vieler Menschen erregt, so kann es nicht weitergehen. Zu guter letzt ein Zitat:
"Votragende am Podium sind fast ausschließlich männlich: Quoten fordern aber selbst nicht einhalten??" - Antisexismus fordern, aber selbst sexistisch gegenüber Männern sein?
Liebe Grüße, Nightblizzard.

versuch einer teilweisen antwort:

  • Lieber Nightblizzard,

Ich will versuchen auf einige deiner Aussagen einzugehen. Doch vorab zwei Sachen. 1)Ich schreibe meine Antwort nicht im Namen der kritisierten Frauen Lesben Inter Trans AG. 2)Deine Kritik gleicht, auch wenn als konstruktiver Beitrag verstanden, etwas einem Rundumschlag. Sie umfasst so viele Punkte, die du miteinander verzahnst die schon für sich allein eine Weile zum Besprechen bräuchten. Deswegen werde ich nicht auf alles eingehen können.

Du meinst besser mit der Selbstverwaltete Geschlechtsidentitäten AG & Queer AG zu können, bzw. schreibst sogar diese Gruppe hat deine volle Unterstützung. Dann sieh dir mal ihre Sexismus Definition an:

AG: “Sexismus als Beschreibung einer diskriminierenden gesellschaftlichen Hierarchie und daraus resultierender Verhaltensweisen etc. meint nicht "nur" Vorurteile aufgrund auf Geschlechtszuordnungen, sondern die Verbindung dieser Vorurteile mit einer strukturell und institutionell privilegierten (auf Geschlechtszuordnungen basierenden) Machtposition gegenüber der Gruppe, gegen die sich die Vorurteile richten.“

Etwas kompliziert formuliert, aber ganz klar: Sexismus bezeichnet eine Hierarchie von „Männern“ gegenüber „Frauen“. In Abgrenzung zu:

AG: „Es gibt auch geschlechtsbezogene Vorurteile, die nicht mit einer eigenen Machtposition (aufgrund von Geschlecht) verbunden sind (zb. von "Frauen" gegenüber "Männern") - aber sie sind kein Sexismus, da wir nunmal in einer patriarchal strukturierten Gesellschaft leben. Das macht sie jetzt nicht zu "besseren" Vorurteilen, aber sie sind in einem anderen Kontext zu sehen. Wir würden uns freilich wünschen, dass alle geschlechtsbezogenen Vorurteile - auch die, die nicht als Sexismus bezeichnet werden können - reflektiert und überwunden werden können, weswegen sich unser Fragebogen an alle Gender richtet und sowohl zur Reflexion über Seximus als auch grundsätzlich über geschlechtsbezogene Vorurteile etc. anregen soll.“

Folgenden Absatz zitierst du, um später zu argumentieren, dass über Sexismus geschlechtsneutral gesprochen werden sollte:

“Eine männlich geprägte Sozialisation ist Bestandteil JEDER Sozialisation, egal welches Geschlecht die Person hat. Männlich geprägte Verhaltensmuster, Stereotype als positiver/ mächtiger/ erstrebenswert zu betrachten ist z.B. sowas (wer am lautesten schreit...etc.). Demnach ist auch Sexismus Teil jeder Sozialisation- wir leben in einer sexistischen Welt, und werden davon unser Leben lang beeinflusst (ALLE egal welches Geschlecht). Das ist also keine Gleichsetzung sondern eine Aufforderung eigene Sexismen zu hinterfragen- die jede_r in sich trägt. Nur durch eine solche Reflexion wird es möglich diese zu erkennen, sie zu stoppen und gegen sie. In dieser Gesellschaft ist es aber leider immer noch so, dass Frauen* in erster Linie (statistisch gesehen) Opfer* und Männer* Täter sind. Um die Tatsache dass jede fünfte Frau Opfer* von sexueller Gewalt von Männern* wird kommt mensch nun mal nicht rum- und muss das auch so benennen um es analysieren und angreifen zu können.“

Ich weiß nicht ob ich viel mehr schreiben muss, oder ob die Hervorhebung genügt...

Nightblizzard: „Mein Punkt ist, dass ihr den Flyer neu gestalten sollt. Geht NICHT davon aus, dass der Leser ein Sexist ist.“

Es ist leider davon auszugehen, dass männlich geprägte Sozialisation vor allem bei Männern auftritt. Und diese ist nun Mal sexistisch geprägt, sonst müssten wir uns nicht um die Emanzipation von Frauen und um Feminismus streiten, da eh schon alle gleich an Selbstbestimmung und Würde wären. Und Frauen nicht ständig ihr Recht auf Selbstwahrnehmung abgesprochen werden würde...

Nightblizzard: „Geht AUCH NICHT davon aus, dass dieses Problem nur Männer betrifft. Der Flyer sollte geschlechtsneutral sein, und niemanden anprangern. Er sollte zum Nachdenken anregen und informieren - aber BEIDE Geschlechter.“

Eventuell verstehst du die queer-feministische Position falsch, nachdem eine männlich geprägte Sozialisation ist Bestandteil JEDER Sozialisation, egal welches Geschlecht die Person hat. Diese Position wird aufgrund folgenden Widerspruchs eingenommen, soll aber keinesfalls verunmöglichen geschlechterspezifische Diskriminierungen auf zu decken.

AG: „Um gegen Mechanismen wie Sexismus anzuarbeiten, muss mensch sie benennen und reproduziert sie dabei auch gleich wieder (ich kann nicht gleiche Rechte für alle Geschlechtsidentitäten einfordern, ohne gesellschaftlich konstruierte Kategorien wie "Männer" und "Frauen" mit allem, was ideologisch daranhängt, zu benennen und damit wieder eine in ihrem Wesen sexistische Kategorisierung zu reproduzieren).“

Auch ein Zitat aus der Selbstverwaltete Geschlechtsidentitäten AG & Queer AG, der das epistemologische Dilemma jeglicher Theorie und Praxis beschreibt, die sich für die Aufhebung von Herrschaftsverhältnissen zwischen zwei oder mehreren Gruppen einsetzt. Insofern ist jede Praxis die gegen Sexismus kämpft natürlich nicht ohne diesem Widerspruch. Das bedeutet aber keinesfalls was du forderst. Ausserdem ist es klar das Sexismus nicht nur Männer betrifft, leider gibt es ständig Frauen die davon unterdrückt werden. Deswegen den Flyer geschlechtsneutral zu formulieren käme allerdings einer Leugnung von Sexismus gleich. Hier kann ich dich nur auf die oberen Zitate verweisen, in denen es um die wichtige Unterscheidung zwischen Sexismus und geschlechtsbezogener Vorurteile geht.

Nightblizzard: „Lasst mich ein Beispiel nennen: "Schleich dich, du Hure". Dieser Satz ist niveau- und respektlos, aber ich erkenne den Sexismus nicht.“

Okay, das verdeutlicht mir, dass du dich nicht erkenntlich mit dem Thema Sexismus beschäftigt hast. Insofern danke für dein plakatives Beispiel. Was bezeichnet das umgangsprachliche Wort Hure? Eine Frau die einer Lohnarbeit nachgeht, deren Kern die Bezahlung von sexuellen Handlungen ist. Wenn ein Mann nun eine Frau derart bezeichnet, handelt es sich wie du richtig erkannt hast um eine Beschimpfung. Doch es ist eine Beschimpfung die auf spezielle Art, die Würde und das Selbstbestimmungsrecht der anderen Person zu verletzten versucht. Wenn ein Mann eine Frau als Hure/Schlampe beschimpft, meint er nicht, dass sie der selben Lohnarbeit einer Sexarbeiterin nachgeht. Sondern eher, dass sie seinen Vorstellungen von (männlich gewünschtem) "weiblichem" und damit nicht promiskuitivem Verhalten, zu widerläuft.

Es gibt hingegen kein Schimpfwort, dass Männern ihre freizügig ausgelebte Sexualität zum Vorwurf macht, sondern eher im Gegenteil. Männer können sich öffentlich dafür Rühmen „wie viele Frauen sie schon gehabt haben“ und dabei Annerkennung erfahren. Damit ist dieses Schimpfwort nicht einfach respektlos, sondern eindeutig sexistisch behaftet. Ja ein sexistisches Schimpfwort. Denn für das selbe Verhalten der Frau, das der Mann nicht an ihr duldet, sonder auch noch sozial sanktioniert, kann er sich Lorbeeren an die Brust hängen, und damit prahlen.

Die vorgeworfene sexuelle Freizügigkeit durch eine sexistischen Beschimpfung hängt gerade innerhalb von intim Beziehungen eher mit Eifersucht und dem Anspruch an Exklusivität und Kontrolle der anderen Person zusammen, als mit der realen Bedrohung des Betruges. Und leider bleibt es oft genug nicht bei einer Beschimpfung (die allerdings auch eine Form von psychischer Gewalt darstellt) sondern endet mit körperlicher Gewalt. Das all diese Formen eine Art „sexualisierter Gewalt“ darstellen ist eine darüber hinausführende Sache.

Okay soviel dazu, ich hoff da macht was klick bei dir. Und sorry, es ist auch keine Schande sich noch nicht mit (Anti-)Sexismus auseinander gesetzt zu haben. Doch wäre es zumindest der Kern einer konstruktiven Kritik, die du für dich Reklamieren willst, ZUERST die Thematik aus ihrer eigenen Logik zu verstehen, um DANACH Kritik daran zu üben. Wie es beispielweise der queer feministische Ansatz, innerhalb des feministischen Diskurses macht. Das was du hier im jedoch betrieben hast ist leider eine Form von unbewusstem Antifeminismus wie er im Buche stehen könnte. Vieles hier von deinen Aussagen ist wohl eine unbewusste Polemik. Unbewusst deshalb weil ich dir keine schlechten Absichten unterstellen will, sondern nur fehlendes Wissen und fehlende Auseinandersetzung. Polemik deshalb weil du den Gegenstand deiner Kritik offenkundig nicht verstanden hast, was nun wirklich keine Schande ist. Es sei denn es bleibt dabei.

2 Weiterführende Links zu dem Thema: http://at.indymedia.org/node/16061 http://www.gender-killer.de/

p.s.: Auch ich bin ein männlich und damit sexistisch sozialisierter Mensch, doch weil schon lange klar ist, das Biologie kein Schicksal ist und auch Sozialisation reflektier werden kann, ist das für mich keine Kriegserklärung an mich selber sondern eine Bekräftigung sich mit meinen Sexismen auseinander zu setzten und ich hoffe du machst das auch.


polemische antwort:

entschuldige bitte, aber deine argumentation steht auf sehr wackeligen beinen...

erstens argumentierst du mit einem zirkelschluß (siehe weiter unten), zweitens baut der feminismus, wie jede andere ideologie, auf feindbildern auf. -die nationalsozialisten hatten die juden, die marxisten das kapital, die liberalen die sozialisten -und ihr habt eben das "männliche" bzw. die männer als gesellschaftsgruppe. schon alleine deshalb kann man(n) den feminismus als wissenschaft nicht wirklich ernst nehmen. feminismus ist reine politik und sollte auch als solche wahrgenommen werden...

übersetzt schreibst du: männer sind aufgrund des patriachats (ein postulat des feminismus) automatisch sexistisch deshalb können frauen (die ja in diesem zusammenhang vorallem durch ihre inhärente nichtmännlichkeit glänzen) keine sexisten sein da es das patriachat als strukturelle benachteiligung gibt und sie automatischerweise kein teil desselben sein können da dieses ja rein männlich ist (oder gibt es am end auch weibliche gesinnungsfeinde?)...

das ist intellektueller bullshit... und das weisst du selber..

du versucht schlicht und ergreifend deine eignenen vorurteile und deinen eigenen sexismus gegenüber dem "männlichen" mit ein paar intellektuellen kunststücken zu rechtfertigen...

übrigens: das "weibliche" als den menschlichen idealzustand hochzustilisieren ist in wirklichkeit nicht besser als das pochen auf das "deutsche"...


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warum gab es diese Arbeitsgruppe nicht schon viel früher?

warum müssen Leute immer blätter von den Bäumen reißen?

MINDESTENS 50%, warum?

Warum immer "mindestens 50% Frauen"? das diskriminiert erstens die männer (weils auch mehr frauen sein können als nur 50%) und zweitens treibt eine quote immer einen noch grösseren keil zwischen die geschlechter. man sollten endlich lernen den menschen als menschen zu sehn und nicht als "frau und mann". eine quote wirkt dem entgegen, es wird erst wieder aufs geschlecht geschaut. und: angenommen es gibt 100 männer und 10 frauen die sich für einen job bewerben (bei gleicher qualifikation), es gibt jedoch nur 5 plätze. laut einer quote müsste man dann 3 frauen und 2 männer einstellen, obwohl es viel mehr männliche bewerber gibt. für mich bedeutet das einen emanzipatorischen rückschritt und eine sexistische diskriminierung der männer. wenn man den gedanken der gleichberechtigung weiter treibt: warum setzt ihr euch nicht für einen "frauenraum" UND einen "männerraum" ein? gleiches recht für alle. gleiches recht für den menschen.

Antwort: Uns allen wäre es lieber, wenn wir nicht auf eine quote bestehn müssten. ich gebe dir vollkommen recht, dass eine quote ja den geschlechterunterschied wider determiniert anstatt ihn aufzuheben, wie wir es uns alle wünschen. trotzdem ist festzustelln, dass obwohl schon seit jahren an der gleichberechtigung der geschlechter gearbeitet wird, immernoch hauptsächlich männer in führenden positionen sitzen. mit führenden positionen mein ich solche, welche in der öffentlichkeit eine erhöhte Sprecherposition haben als "normale" menschen.
deshalb ist eine quote umbedingt notwendig. es wird immerwieder vergessen, dass es in österreich einfach auch gruppen gibt die sehr einflussreich sind und bewusst frauen nicht im öffentlichen raum haben wollen (z.B. religionsgemeinschaften, die Frauen keine ämter einnehmen lassen wie die katholische kirche, burschenschaften und andere männerbünde...)
genau gegen solche gruppen müssen wir arbeiten und die quote scheint das einzige mittel dafür zu sein, da alle anderen versuche bis jetzt kläglich gescheitert sind. das gleiche gilt für den frauenraum. ich würde mir sehr wünschen, dass so etwas nicht mehr notwendig ist. zum einen wird er aber gebraucht, dass auch frauen, welche sich aufgrund ihrer sozialisierung in unserer patriarchalen welt nicht trauen vor einer (männer)öffentlichkeit zu sprechen und zum zweiten als schutzraum - den leider ist es immernoch so, dass die meisetn opfer von gewaltverbrechen weiblich sind und die meisten täter männlich. ein männerraum hingegen wäre nur eine weitere ausschließung einer eh schon diskriminierten gruppe. (nur weil es eine Migrantinnen AG gibt ist auch noch niemand auf die idee gekommen eine Österreicherinnen AG zu gründen)
bitte überdenke deine position also noch mal und hilf mit eine fairere welt zu gestalten unabhängig von herkunft, klasse oder Geschlecht
P.S: ich antworte hier nicht im namen der frauen Ag, sondern nur was ich mir persönlich dazu denke

Gegenantwort: erst mal danke für die ausführliche und freundliche antwort, sieht man hier leider selten in der form und ich finde es recht schade dass sich viele studenten zur zeit gegenseitig "bekriegen", wo doch jeder prinzipiell dasselbe will: bessere bedingungen für studierende und lehrende. aber das nur am rande.

mir ist klar woher die argumentation kommt, aber eine frauenquote in bereichen wo sich "einfach mal mehr männer melden" halte ich nicht für sinnvoll, man sollte frauen nicht in einen bereich "drängen" sondern sie dazu "ermuntern/ermutigen". wenn 10 männer einen job nicht erhalten weil sich eine frau für den selben job gemeldet hat (bei gleicher qualifikation) dann ist das ganz klar diskriminierung und MUSS verhindert werden. bei konservativen gruppierungen wie der katholischen kirche allerdings bin ich ebenfalls der meinung dass hier etwas passieren muss, nur: was hat das mit der uni zu tun? ferner halte ich auch nichts von burschenschaften und männerbünden, aber es darf ja auch frauenbünde geben. das katastrophale an burschenschaften ist ja weniger dass sie keine frauen aufnehmen sondern in erster linie die (politische) einstellung.

bitte nicht falsch verstehen, ich bin für ABSOLUTE gleichberechtigung, aber eine quote wirkt dem eher entgegen und treibt wie erwähnt nur einen grösseren keil zwischen mann und frau, weil sich mann dann benachteiligt fühlt. für mich fängt das thema bei der gehaltsfrage an, wo frauen ja in vielen bereichen nach wie vor benachteiligt sind soweit ich weiss.

hallo
wo ich dir mal total recht gebe ist, dass die gehaltsfrage mal ein wichtiger anfang wäre... aber wie du wahrscheinlich eh weißt, ist des vorstoß der frauenministerin, dass gehälter in betrieben ab 50 personen intern veröffentlicht werden müssen um ungerechtigkeiten ersichtlich zu machen, sofort von wirtschaft und ÖVP abgelehnt worden... wenn die aber nicht mit tun wirds nie was... auch das zeigt mir, dass einfach viele ein intersse daran haben frauen so klein wie möglich zu halten... wie man eine quote umsetzt ist natürlich eine andere frage. in technischen und naturwissenschaftlichen fächern wo leider unter 20% der studierenedn weiblich sind wäre eine 50-50 quote von heut auf morgen natürlich nicht machbar. aber man könnte sich ein ziel setzten, um mit irgendeiner art von quote wenigstens frauen gezielt zu fördern/bevorzugen. in den geistes und sozialwissenschaften ist der weibliche studierenden anteil sogar großer als der männliche - und trotzdem gibts nur wenige professorinnen. hier müsste man meiner meinung eine 50-50 quote sofort durchsetzten, weil alle anderen versuche einfach gescheitert sind. heute ist übrigens eh im standard bei den kommentaren ein artikell darüber.... dort wird das besser erklärt als ich das jetzt kann. Übrigens finde ich es genauso wichtig, dass man quoten in berufen die momentan weiblich besetzt sind (also eben solche die keinen gesellschaftlichen hohen stellenwert haben) einführt. ich fände es richtig männer z.b. gezielt bevorzugt, wenn diese sich entscheiden kindergärtener zu werden. in meinen augen ist biologisches geschlecht einfach überbewertet. aber dadurch dass es in unserer gesellschaft so verankert ist, muss man eben maßnahmen setzten um eine gerechtigkeit zu schaffen.


und noch zum schluss: war schon seit 5 tagen nicht mehr bei der besetzung.... hab daher nicht mitgekriegt, dass sich die studentinnen dort so "bekriegen"... am anfang hab ich zwar gemerkt das die art und weiße wie sich dort manche frauen artikuliert haben, nicht sonderlich positiv aufgenommen worden sind. ich hatte aber das gefühl, dass in den tagen danach misverständnisse geklärt wurden und in desem punkt wieder an einem strang gezogen worden ist... was ist denn sonst noch passiert?


siehe oben! (Stellungnahme zur Qotenfrage: Es gibt bereits jetzt eine vom Bundesgleichbehandlungsgesetz für öffentliche Einrichtungen vorgegebene Frauenquote von 40 % ( Bevölkerungsanteil hingegen 55-60% !) die durch finanzielle Anreize durchgesetzt werden soll. So kriegen Universitäten zum Beispiel im Rahmen des formelgebundenen Budgets (Das sind 20% des Globalbudgets für alle österreichischen öffentlichen Universitäten, das kompetitiv vergeben wird auf Basis von quantitativen Daten.) mehr Geld wenn in Bereichen wo unter 40% Frauen angestellt sind Frauen eingestellt werden - im Vergleich mit anderen Unis. Diese Forderung ist also nicht viel anders als der Ist- Zustand - abgesehen davon daß sie meines Wissens nach schon vor der Gründung unserer Arbeitsgruppe auf der Forderungsliste stand. Mfg.)

Definitionsmacht liegt bei den Betroffenen?

Sagts mal ihr wisst eh das sowas die Unschuldsvermutung und damit ein zentrales Prinzip des Rechtsstaates beseitigt. Ich bitte euch diesen Punkt zu Streichen weil dieser zu Missbrauch führt. Danke


Was ich gerne wissen würde

1. Warum sollen Frauen bei der Rednerwahl bevorzugt werden? Warum kommen nicht einfach Jene zu Wort, die sich zuerst melden (bzw. die konstruktivsten Vorschläge haben obwohl das subjektiv ist also wieder zum zuerst melden)? Und wieso ist die 50% Quote notwendig? Wer was sagen will kann sich ja als Redner melden.

2. Wer entscheidet wann das Mikrophon abgestellt wird wenn Unliebsames geäussert wird (als bsp wurde Sexismus und Rassismus angeführt) oder wann jemand ausgeschlossen wird? Wer hat das Recht zu entscheiden was eine gültige Meinung ist und was nicht?

3. Definitionsmacht liegt bei den Betroffenen? Dann kann sich jeder von allem diskriminiert fühlen und würde Recht bekommen? Wäre das sinnvoll?

4. Was bringt Geschlechtersensible Sprache für einen Vorteil, das den Nachteil der erschwerten Lesbarkeit gerechtfertigt?

5. Meiner Meinung nach vertritt diese AG eine sehr einseitige Meinung. So finde ich, dass Frauenbenachteiligungen überproportional hervorgehoben werden und Männerbenachteiligungen einfach nicht erwähnt werden. In der ganzen Diskussion vermisse ich zum Beispiel Männerbenachteiligungen wie: nur Männer müssen zum Bundesheer (das übliche Argument, dass Frauen dafür Kinder kriegen lasse ich nicht gelten, denn dann müsste eine Gebärpflicht eingeführt werden), Männer sind bei Scheidungen und Sorgerechtstreitigkeiten benachteiligt, bei Unfällen am Arbeitsplatz sind überwiegend Männer betroffen (weil hauptsächlich sie die Schwerberufe ausüben; ich habe auch noch nie von einer Quote für Bauarbeiter gehört sondern nur von Quoten für Berufe mit Prestige; was den Eindruck erwecken könnte sich nur die Rosinen rauszupicken), etc.

6. Wie könnt ihr von euch (implizit) behaupten einen höheren moralischen Anspruch zu haben als der Rest der Gesellschaft.

7. (Was mich am meisten stört) Warum diese polemische und emotionalisierende Ausdrucksweise? Können Sachverhalte nicht einfach objektiv dargestellt werden ohne von Anfang an Wertungen vorzunehmen (am wenigsten mag ich die Werturteile die als sowieso klar und unanzweifelbar dargestellt werden; am besten noch ohne nähere Erläuterung warum und wie etwas als "schlechter" oder "besser" eingestuft wird).


Mein Eintrag wurde einmal gelöscht ohne das ein Grund angeführt wurde. Ich würde denselbigen gerne erfahren, da ich ansonsten davon ausgehe, dass ihr meine Fragen nicht beantworten wollt (und versucht eine Verbreitung zu verhindern), weil sie Widersprüche und Inkonsistenzen in eurer Denkweise aufzeigen.

Um Antwort wird gebeten!