Emanzipatorische Interventionen

Aus Unibrennt Wiki (Archiv)
Zur Navigation springen Zur Suche springen

ist die AG noch aktiv?

Kontakt

E-Mails erreichen uns unter: emanzipatorische_interventionen{at}fsinf[punkt]at (Die Adresse wurde verfremdet, um Spam zu vermeiden.)

Aktuelles

  • Nächstes Treffen: Mi 18.11. um 15 Uhr, Aula der AK Bildende Kuenste, Schillerplatz 1 (ORTSAENDERUNG - statt USI!)
  • Wir arbeiten inzwischen eng mit verschiedenen Arbeitsgruppen mit ähnlichen Themenschwerpunkten zusammen und haben unsere Treffen teilweise zusammen gelegt.

Chronologie

  • Außerdem haben wir an weiteren Texten mitgearbeitet, die in Form von Flyern oder Aushängen für den Abbau von Hierarchien, für die Durchsetzung und Beibehaltung emanzipatorischer Mindeststandards und für eine gesellschaftskritische Perspektive werben.
  • In letzter Zeit haben wir Plakate mit drei verschiedenen Schwerpunkten im Audimax und im C1 aufgehängt, von denen inzwischen viele von Unbekannten wieder entfernt wurden. Ein Plakat setzte sich kritisch mit der Illusion auseinander, Bildung könne im Kapitalismus etwas anderes als Ausbildung sein, ein weiteres trat dem Feindbild von "Banken und Konzernen" aus gesellschaftskritischer Perspektive entegegen, ein drittes setzte sich mit dem Verhältnis von Sexismus und Bildungsprotesten auseinander. (Wer könnte uns Webspace für die PDF-Dateien und weitere Daten zur Verfügung stellen?)
  • Im Abend-Plenum von Montag, dem 2.11., konnte eine Regel durchgesetzt werden, nach der Leute, die etwas von sexualisierten Übergriffen mitbekommen, entweder Hilfe holen müssen oder den Täter selbst rauswerfen.
  • Der Wiki-Eintrag wurde mehrmals von Unbekannten gelöscht und musste wieder hergestellt werden. Eine Löschung erfolgte vom Infopoint-Account, der mit Admin-Rechten ausgestattet ist. Wir mussten dazu übergehen, regelmäßig Sicherheitskopien von dieser Seite zu erstellen, um sie ggf. wiederherstellen zu können. Warum?!

Allgemein

Die folgenden Zeilen sind ein paar thesenhafte Gedanken zu der zu gründenden AG Emanzipatorische Interventionen. Sie sind in einer spätnächtlichen Aktion nach einem langen und anstrengenden Plenum entstanden. Kritik und Weiterentwicklung sind unbedingt erwünscht.

Freiraum

Der Begriff Freiraum ist im Rahmen der Audimax-Besetzung sehr beliebt. Uns ist aber aufgefallen, dass darunter teils sehr unterschiedliche Dinge verstanden werden. Im Folgenden versuchen wir, die Grundlage für eine Diskussion sowohl über den Begriff, wie auch den Umgang in der Praxis zu schaffen.

Emanzipatorisch?

Das besetzte Audimax soll ein Raum sein bzw. werden, in dem sich alle (1) möglichst frei einbringen und sich nicht zuletzt wohlfühlen können. Der Begriff "emanzipatorisch" lässt sich im Grunde genommen nicht positiv definieren, sondern nur in Abgrenzung zu dem, was nicht emanzipatorisch ist. Damit meinen wir vor allem verschiedene Formen von Diskriminierung, Ausschluss und Herrschaft. Dazu gehören mindestens:

   * Rassismus
   * Sexismus und patriarchale Strukturen
   * Antisemitismus
   * Homophobie
   * Transphobie
   * Nationalismus
   * Feindlichkeit gegen Menschen mit besonderen Bedürfnissen
   * Faschismus
   * Autoritarismus, Kader-Strukturen und Checker_innentum 

1 = Verhaltensweisen, die unter die oben genannten Begriffe fallen, schränken die Bewegungsfreiheit und Möglichkeiten Anderer ein. Bestimmte Ausschlüsse halten wir deshalb für eine Voraussetzung für einen emanzipatorischen Raum.

Interventionen?

Intervenieren heißt dazwischen gehen, sich einmischen. Wir denken sowohl an ein Einschreiten bei Übergriffen, als auch an eine Anregung von Reflexionsprozessen in Arbeitsgruppen, Plena oder allgemein Diskussionen. Diese Reflexion fängt bei uns selber an, weil wir als gesellschaftliche Wesen auch die Ideologien allzu oft reproduzieren, die wir aufdecken und überwinden wollen. Wir sind kein Ordner_innen-Dienst und auch keine Meinungspolizei - und wollen das auch nicht sein!

Weiterführende Links


Textsammlung Antisexismusbündnis Berlin

Für eine tiefere Auseinandersetzung mit Antisexismus und Möglichkeiten Antisexistischer Praxis (nicht nur aber auch in der linken Kontexten) möchten wir hier besonders auf die Texte zu folgenden Themen verweisen:

Antisexistisches Redeverhalten: http://asbb.blogsport.de/2008/03/14/wie-diskutieren-herrschaftsverhaeltnisse-auf-diskussionsveranstaltungen/

Sexismus und Gender: http://asbb.blogsport.de/2008/03/14/sexismus-und-gender/

Definitionsmacht z.B.: http://asbb.blogsport.de/2008/03/14/ueber-definitionsmacht/ und http://asbb.blogsport.de/2008/03/23/when-my-anger-starts-to-cry/

Umgang mit sexueller Gewalt z.B.: http://asbb.blogsport.de/2008/03/23/was-tun-wennas-braennt-zum-umgang-mit-sexueller-gewalt/

Die gesamte(n) Textsammlung(en) mit weiteren Beiträgen zB. zu Heteronormativität, Intersexualität, Schönheitsnormen, Heterosexismus, Queer uvm. finden sich hier:

Textsammlung 1: http://asbb.blogsport.de/asism_1/

Textsammlung 2: http://asbb.blogsport.de/asism_2/

Textsammlung 3: http://asbb.blogsport.de/asism_3/


Kritik

warum gab es diese Arbeitsgruppe nicht schon viel früher?

warum müssen Leute immer blätter von den Bäumen reißen?

Was ist emanzipatorisch, was ist für Emanzipation notwendig? Während Rassismus und Sexismus naturalisiert werden, dringt Klassenzugehörigkeit gemeinhin nicht zum Bewusstsein. Aber es ist kein geheimnis, dass Studierende meist aus "gebildeten" Familien kommen, und ArbeiterInnenkinder meist auch ArbeiterInnen bleiben. Das ist auch bei den kritischen Strömungen so.

- Was meinst du mit Naturalisierung von Rassismus und Sexismus? Und seit wann wird Klassenzugehörigkeit einfach über den Grad von Bildung definiert? Die Uni spuckt halt auch massenhaft hochgebildete Proletarier_innen aus.


Für mich wäre wichtig auch über Verantwortung zu sprechen. Jede Form von Freiraum beinhaltet auch Rücksichtnehmen auf die Freiräume anderer. Ich denke da besonders an Ideologiefragen, die mittlerweile so wirken als wären sie das eigentliche Thema der Besetzung, weil sie sich so in den Vordergrund drägen, statt Rücksicht auf das gemeinsame zu nehmen und sich etwas dezenter zu verhalten. Freiheit bedeutet auch Verantwortung. Und emanzipiert wäre für mich, nicht im Vordergrund stehen zu müssen.

- Was sind für dich Ideologiefragen? Naturalisierst du hier nicht die bestehenden Verhältnisse, in dem du glaubst, sie nicht diskutieren zu müssen? Und ist das nicht auch ideologisch?

---

Emanzipation lässt sich sehr wohl positiv formulieren. Würde auch helfen, bin aber nur über Skype erreichbar. Würde euch anschreiben, sehe aber keinen Kontakt.