Diskussion der allgemeinen Forderungen der Protestbewegung

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Studiengebühren:

Eine Studentin (Anm: die nicht bei den vielen Treffen der Arbeitsgruppe teilgenommen hatte, und auch nicht in Namen der Arbeitsgruppe gesprochen hat, das die Arbeitsgruppe sich ausdrücklich mit der Forderung nach Abschaffung aller Studiengebühren solidarisiert) sprach sich persönlich für Studiengebühren aus. Laut eines Lehrenden seien diese nur dann sinnvoll, wenn das doppelte an Geld, dass für Studiengebühren verlangt würde, in ein Stipendiensystem investiert würde, dass auch finanziell schlecht gestellten Menschen das studieren ermögliche. Es gäbe kein besseres ökonomisches Investment, da ein Absolvent in der Wirtschaft einen bis zu fünffachen Output des Investments zurückliefere. Darüber hinaus würden Studiengebühren zu einer bewussteren Studienwahl führen. Probleme bei der Einführung von Studiengebühren sei einerseits, dass sie in vielen Schichten bereits die Motivation ein Studium aufzunehmen senken. Desweiteren würde eine Akzeptanz von Studiengebühren möglicherweise eine Hemmschwelle überschreiten, nach dem eine schrittweise Erhöhung der Studiengebühren bis hin zu Verhältnissen, wie sie in England oder Amerika vozufinden sind,schwer regulierbar wäre. Dies drückt sich auch dadruch aus, dass die vom Staat ausgeglichenen Studiengebühren bürokratischen Mehraufwand erzeugten.

Will heißen: Auch dieser müsste finanziert werden. Das Geld könnte auch auf direktem Wege den Universitäten zu gute kommen, anstatt über den Umweg eines Stipendiensystems.

Anm Harald: und vergessts bitte auch ned auf die Berufstätigen Studenten (die wahrscheinlich selbst bei einer Neuregelung des Stipendiensystems kein Stipendium sehen würden, da sie "genug" verdienen. "Genug" heisst jedoch für viele gerad genug um die Fixkosten zu decken - zusätzliche nicht triviale Kosten für ein Studium würden auf diese Gruppe garantiert abschreckend wirken, was wir ja nicht wollen - Universitäre Bildung sollte für alle Gesellschaftsschichten möglich sein.); ferner trau ich mich wetten dass selbst bei einer Neuregelung von Stipendien alle die ein 2tes oder 3ttes Studium machen kein Stip erhalten würden - das wäre dann sogar extrem kontraproduktiv, weil dann unser aller Ideal nach universeller Bildung im Humboldtschen Sinne ("Bildung statt Ausbildung") einmal mehr torpediert würde - gerade in Zeiten wie diesen brauchen wir die Leute, die verschiedene Fachgebiete verbinden.

Ich selbst hab Physik studiert, dann 12 Jahre in der EDV gearbeitet und studiere nun Biologie - Stipendium bekam ich das erste und das zweite mal nicht und ich bin sicher das wird auch so bleiben - für Menschen wie mich wären Studiengebühren definitiv abschreckend.